Wolfgang Hohlbein - Saint Nick, der Tag, an dem der Weihnachtsmann durchdrehte

Wolfgang Hohlbein - Saint Nick
Der Tag, an dem der Weihnachtsmann durchdrehte

Heyne Verlag
broschiert, 318 Seiten 
5,95 €
ISBN 3-453-13457-5

 

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Einmal ein ganz anderer Hohlbein. 

Jedes Jahr arbeiten die Elfen am Nordpol im Akkord, wenn es auf Weihnachten zugeht. Die Wünsche der Kinder werden immer kriegerischer, und in diesem Jahr türmen sich die Wunschzettel mit Killerspielzeug, Pistolen und Plastikmonstern, schlimmer als je zuvor.

Der Weihnachtsmann wird immer ungehaltener, da die Arbeit nicht voran geht, und treibt die armen Elfen immer mehr an, bis es zum Eklat kommt. Die Elfen treten in den Streik und wollen gar nichts mehr produzieren - und das drei Tage vor Weihnachten! Weder gutes Zureden noch Wutausbrüche bringen die Elfen wieder dazu an die Arbeit zu gehen. Und sie stellen ihm sogar ein Ultimatum, dass er bis zum Heiligen Abend ein Kind auf der Erde finden muss, dass die sieben Prüfungen, um ein Elf zu werden, besteht.

Virginias und Stans Mutter ist in Geldschwierigkeiten, so dass sie ihre Wohnung aufgeben müssen und von ihrem reichen Onkel Mallory, dem großen Spielzeugfabrikanten, aufgenommen werden. Allerdings nicht aus Uneigennützigkeit, denn er ist nur auf seinen Profit aus, egal wer dabei auf der Strecke bleibt - und wenn es die Verwandtschaft ist. Bis Gillian das endlich klar wird, ist es leider zu spät, denn wo soll sie hin ohne Geld?

Der Weihnachtsmann macht sich also mit seinen Helferinnen Tess, Latischa und Monique in einem knallroten Chevy auf den Weg zur Erde, um mit der Suche zu beginnen. Sehr schnell merkt er, dass die Menschen gar nicht mehr an ihn glauben, wie soll er da jemals einen geeigneten Elf in drei Tagen auftreiben? Als er Virginia begegnet, stellt er fest, dass sie an ihn glaubt. Das Blatt scheint sich zu wenden, allerdings müssen noch jede Menge Schwierigkeiten gemeistert werden. Ob er das bis zum Heiligen Abend schafft?

Wolfgang Hohlbein einmal von einer ganz anderen Seite. Eine Weihnachtsgeschichte, in der er sich kritisch mit dem Konsumdenken zur Weihnachtszeit auseinandersetzt. Die einfallslosen Geschenke, die Kriegsspielzeuge, die ohne Kritik gekauft werden und Kindern in die Hände gegeben; die Verdrängung des Weihnachtsmythos aus unserer industriellen Welt, die eher von Egoismus als von Nächstenliebe geprägt ist. All das hat er in dieser Geschichte verarbeitet, und es ist ihm sehr gut gelungen.

Flüssig erzählt, ohne zu kompliziert zu sein, also auch für Jugendliche ab 13 Jahren geeignet. Und sie hat, wie selten in Hohlbeins Romanen, ein abgeschlossenes Ende.

© Gabriele Thlon 2001


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