Chris Quardokus: Aufwachen


I.

Einzug der Wärme in den Atem,
der erste Gedanke an Luft und
das wenige Mehr an Licht
mehr und mehr.

Das große Schweben im Traum,
das du nicht mehr erreichen kannst, eine
Ahnung von allem
Sonst, umfassendem Schicksal,
Gewebe ohne Willkür,
Gewebe ohne Angst.

Dehnen und Strecken, wie eine
Geburt, das Ankämpfen gegen
die Schwere, die einen Hauch
von Tod trägt in den Knochen, doch
keine schwarze Nacht mehr.

II

Warum verlasse ich dann aber die leichte
Luft der Traumzeit, das so zart fließende
Erfinden freier Gedanken, das Spiel von allen
Wünschen meines körperlosen Aufenthalts im
Ideenland?

Damit ich im Tag der Welt schwermütig und
verbraucht in die Grenzen meiner irdischen Weile hinein
lebe?

Nichts spiegelt die Flüge jenen Reiches schattiger
Reisen eines mächtigen Jenseits voller Götter mehr,
als der erste Kampf jeden Morgens mit dem Schlaf.

Der Glanz meines Verlangens wächst über, im Fieber
aus Meerschaum bricht die Barriere ein in den
tiefsten Wankelmut.

Wie irdisch klar und beständig
blendet dann jeder Tag mit dem Gleichen an
Räumen und Namen, das die Nornen, Schicksals
Weberrinnen, mir
zur Gewohnheit

überlassen.

(Copyright Chris Quardokus, Vrubel@Gmx.de
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Chris Quardokus
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