Chris Quardokus: Über die Sehnsucht nach grauen Wolken
Verlier ich dich
mit dem aufziehenden Wind,
wird mein Weg verwehen,
jeder Schimmer einer Aussicht im niedergedrückten
Sand von einem verlassenen
Sommer staubig und ausgebrannt?
Asche der Liebe ohne
Sonnenglanz, ohne Spuren,
festgefroren im
Eissee der Tränen.
Ich bin dann ohne Kraft,
ohne Zukunft und setze
mich und schneie ein. So
hoffe ich, nicht endgültig zu sterben.
So enden wir doch.
Unser Strahlen verzieht sich
in den hinfort kreisenden Sternenhimmel
einer vergessenen Nacht.
Woher ich komme, muss ich verbergen,
im Eis.
Durch mich selber glühen und
Träume essen.
Kein Hauch Frühling im neuen Winter. Wie oft
erneuert bin ich, im Frost doch absolut
still? Das Einschmelzen flirrender Wasser
fügt die verronnene Weile ein in das Erstarren
weiterer dunkler Ringe. Ich bin alt genug, ich weiß das schon,
wie in jeder Schneezeit ein Baum.
Jedes Jahr wird heiteres Wachsen und Blühen umspannt
von einem kalten Band aus Entsagen und Schweigen.
Und das erste Lächeln einer milden Luft
Erschüttert mich. Wieder.
Furcht.
Warum verwandeln dich die Jahreszeiten immer eher
als mich?
Wie mein Blick vom Blütenrausch eines roten Sommers sich hinzieht zu den
Unwetterboten einer Gewitterwand.
Wieder eingewölkt im Orkan,
bin ich wieder nur ich.
Ich ohne dich.
(Copyright Chris Quardokus,
Vrubel@Gmx.de
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