Claire Ogro: Das Osterhaserl - Ein etwas anderes Ostermärchen
Es begab sich zu der Zeit des alljährlichen Ostertrubels, als das Osterhaserl beschloss, den ganzen Unsinn zu boykottieren. Es hatte einfach keinen Bock auf den ganzen Stress mit Eier färben und verstecken, immer auf der Hut davor, von irgendwelchen neugierigen Kiddies entdeckt zu werden. Ein Ostern zuvor hatte es deshalb schon Ärger mit seinem Boss, dem Ober-Osterhasen. Der hatte doch glatt behauptet, es würde lustlos und schlampig arbeiten und würde es sich nicht im darauf folgenden Jahr zusammen nehmen, dann würde es Ärger bekommen. Na ja, da es wusste, wie der Ärger aussah, nämlich als Braten auf dem Tisch zu landen, riss es sich tatsächlich zusammen. Anschließende Gespräche mit der Osterhasen-Gewerkschaft brachten auch nichts. Das Osterhaserl war Gefangener des Systems. Aber dann kam das Jahr, da ging das nun gar nicht mehr. So überlegte sich das Osterhaserl, wie es aus der Nummer rauskommen könnte.
Die Idee dazu kam ihm auf einer Osterhasen-Vollversammlung. Der
Ober-Osterhase hielt einen Vortrag über Just-in-time-Lieferungen,
Effizienzsteigerungen und effektive Möglichkeiten zur Tarnung, da machte
es "Klick" beim Osterhaserl. Die Idee war so genial wie einfach, so dass
das Osterhaserl zu den Feiertagen unbeschwert Urlaub machen konnte und von
da an für immer vom Stress verschont blieb.
Und wenn es nicht gestorben ist, dann schont es sich noch heute...
Wie das Osterhaserl das geschafft hat, wollt ihr wissen? Ganz einfach! Es
änderte seine Identität und nannte sich fortan Weihnachtshaserl... Ihr
habt noch nie ein Weihnachtshaserl gesehen? Kein Wunder! Wer stellt so
einen gestörten Typen auch ein?
(© Copyright Claire Ogro, 2008,
E-Mail:
c.ogrz@t-online.de)
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