Andreas Happe: Die Fichte


Der Reiz dieser Geschichte
begann vor Jahren
unter dieser Fichte.
Es war die Zeit der Zaren
der Standgerichte
der Barbaren.
Es war die Zeit der Hoffnungen
der Gefahren
der Gedichte
und die ihrer Augen.
Ein kleiner Fleck Wiese sollte Zeuge sein
unter einem Baum bei einem Brunnen
ihr Lächeln lud mich zu ihr ein
unter einem Himmel habe ich das Lied des Glücks gesungen.
Es war die Zeit der Wärme
der leeren Flaschen Wein
aber auch die der Wunden
offen weit lauwarmes Gedärm.
Tote Soldaten
fürchterlicher Lärm.
Ein Schuss Ironie
in ihren Gesichtern
stumpfer Glanz in den Augen
Schuld die Idiotie
von selbsternannten Richtern
Henker ihrer Zunft
die nur zum totmachen taugen.
Es ist heute nicht mehr als diese Zeilen
nicht mehr als ein Gedanke
der sich traut kurz bei der Vergangenheit zu verweilen.
Es ist der Törichte in mir
der vermeintlich Kranke
der nur gesunden kann
ist er bei dir.
Es ist noch immer dieser Tag
der noch immer lebt unter der Fichte
der sich fragt
wann die Geschichte
die so kläglich hat versagt
nicht endlich hat ein Ende
und wie sie ihm damals
die Tränen aus den Augen wischte
sich auf den weiten Weg machte
weit, weit weg
von dieser Fichte.

(Copyright 2000 by Andreas Happe, AHappe@wtal.de)
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Andreas Happe
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